Strukturprotein

Kollagen
Hydrolysiertes Strukturprotein (tierisch oder marin)

Kollagen ist Wird durch enzymatische oder saure Hydrolyse aus tierischem Bindegewebe (Rinderhaut, Schweinehaut) oder marinen Quellen (Fischschuppen, Fischhaut) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Hydrolyzed Collagen  |  CAS: 9007-34-5  |  Auch bekannt als: Hydrolyzed Collagen, Collagen Hydrolysate, Kollagenhydrolysat, Soluble Collagen, Marine Collagen, Bovine Collagen, Collagen Peptides, Atelocollagen
Stoffklasse Hydrolysiertes Strukturprotein (tierisch oder marin)
INCI-Name Hydrolyzed Collagen
CAS-Nummer 9007-34-5
Qualitaet EU-Kosmetikverordnung konform

Was ist Kollagen?

Kollagen ist das am häufigsten vorkommende Strukturprotein im menschlichen Körper und macht etwa 30% aller Proteine aus. In der Kosmetik wird hauptsächlich hydrolysiertes Kollagen verwendet – durch enzymatische Spaltung in kleinere Peptidketten (0.3-8 kDa) wird das ursprünglich hochmolekulare Protein (300 kDa) besser verarbeitbar. Die Quellen sind vielfältig: marines Kollagen aus Fischhaut und Fischschuppen, bovines Kollagen aus Rinderhaut, porcines Kollagen aus Schweinehaut oder neuerdings biotech-produziertes Kollagen aus Hefefermentation. Die charakteristische Aminosäurezusammensetzung – besonders Glycin, Prolin und Hydroxyprolin – macht Kollagen zu einem einzigartigen Feuchtigkeitsbinder und Signalmolekül für die Hautregeneration.

Wusstest du? Die alten Ägypter stellten bereits vor 4000 Jahren Kollagen aus Tierhäuten her – allerdings nicht für Kosmetik, sondern als Leim für Möbel und Musikinstrumente. Die erste kosmetische Verwendung von Kollagen wird auf die 1970er Jahre datiert, als Hollywood-Stars Kollagen-Injektionen zur Faltenunterspritzung populär machten.

Woher kommt Kollagen?

Wird durch enzymatische oder saure Hydrolyse aus tierischem Bindegewebe (Rinderhaut, Schweinehaut) oder marinen Quellen (Fischschuppen, Fischhaut) gewonnen. Die Hydrolyse zerlegt das hochmolekulare Kollagen (ca. 300 kDa) in kleinere Peptidketten (0.3-8 kDa), die besser in Formulierungen verarbeitbar sind. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Kollagen auf zellulaerer Ebene?

Hydrolysiertes Kollagen bildet einen feuchtigkeitsbindenden Film auf der Hautoberfläche und zieht Wasser aus der Umgebung an (hygroskopische Wirkung). Die Aminosäuresequenzen – insbesondere Glycin, Prolin und Hydroxyprolin – können als Signalmoleküle fungieren und die hauteigene Kollagen- und Elastinsynthese in Fibroblasten stimulieren. Topisch appliziertes Kollagen dringt aufgrund seiner Molekülgröße jedoch nicht in tiefere Hautschichten ein, sondern wirkt primär auf der Oberfläche.

So wirkt Kollagen auf deine Haut

Intensive Feuchtigkeitsversorgung

Hydrolysiertes Kollagen kann das bis zu 30-fache seines Eigengewichts an Wasser binden. Es legt sich als feiner Film auf die Hautoberfläche und reduziert den transepidermalen Wasserverlust (TEWL). Die hohe Konzentration an Hydroxyl- und Aminogruppen ermöglicht starke Wasserstoffbrückenbindungen mit Wassermolekülen.

Barrierestärkung

Die Peptidketten bilden einen protektiven Film, der die Hautbarriere physikalisch unterstützt. Studien zeigen, dass regelmäßige Anwendung die Barrierefunktion verbessert und die Haut widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse macht. Besonders effektiv bei gestörter Hautbarriere.

Zelluläre Stimulation

Kleine Kollagenpeptide (Di- und Tripeptide) können als Signalmoleküle fungieren und Fibroblasten zur Eigenproduktion von Kollagen Typ I und III anregen. Die spezifische Aminosäuresequenz Gly-Pro-Hyp wirkt dabei als biologischer Trigger für die Hautregeneration.

Sofortiger Glättungseffekt

Beim Trocknen bildet das Kollagen einen leicht straffenden Film auf der Haut, der feine Linien optisch auffüllt. Dieser Effekt ist temporär und hält bis zur nächsten Hautreinigung an – ideal für Events oder als Make-up-Grundlage.

Entzündungshemmende Wirkung

Kollagenpeptide beeinflussen die Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen wie IL-6 und TNF-α. Durch Modulation der NF-κB-Signalwege können sie Hautrötungen und Reizungen mildern – besonders relevant nach dermatologischen Eingriffen.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 1-10% in Seren und Anti-Aging-Cremes, 0.5-3% in Gesichtsmasken und Augenpflege
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Bei marinem Kollagen gelten die allgemeinen Anforderungen an tierische Inhaltsstoffe.

Fuer wen ist Kollagen geeignet?

Trockene Haut

Bildet einen hygroskopischen Film, der Feuchtigkeit bindet und den transepidermalen Wasserverlust reduziert.

Reife Haut

Aminosäureprofil kann zelluläre Signalwege aktivieren und die hauteigene Kollagenproduktion anregen.

Sensible Haut

Wirkt beruhigend und stärkend auf die Hautbarriere ohne aggressive chemische Prozesse.

Kollagen in deiner Routine

Nach der Reinigung auf feuchte Haut

Trage das kollagenhaltige Serum oder die Creme auf die noch leicht feuchte Haut auf. Dadurch kann das Kollagen optimal Feuchtigkeit binden und einschließen.

Vor reichhaltiger Pflege

Nutze Kollagen-Produkte als vorletzte Schicht deiner Pflegeroutine – nach Seren mit kleinmolekularen Wirkstoffen, aber vor okklusiven Cremes oder Ölen, die den Film versiegeln.

Kombiniere mit Vitamin C

Vitamin C ist essenziell für die körpereigene Kollagensynthese. Die Kombination von topischem Kollagen mit Ascorbinsäure verstärkt den Anti-Aging-Effekt synergistisch.

Morgens und abends anwendbar

Kollagen ist photostabil und kann sowohl morgens (unter Sonnenschutz) als auch abends verwendet werden. Für optimale Regeneration besonders abends empfehlenswert.

Lagerung: Hydrolysiertes Kollagen ist bei neutralem bis leicht saurem pH (5-7) stabil. Hitze über 60°C kann zur Denaturierung führen. Lichtgeschützt lagern. Formulierungen sollten ausreichend konserviert sein, da Proteine ideale Nährböden für Mikroorganismen bieten.

RAU Cosmetics Produkte mit Kollagen

Haeufige Fragen zu Kollagen

Kann topisches Kollagen wirklich in die Haut eindringen?

Natives, hochmolekulares Kollagen (300 kDa) kann die Hautbarriere nicht durchdringen. Hydrolysiertes Kollagen mit Molekülgrößen unter 3 kDa kann jedoch in die oberen Hautschichten eindringen. Die Hauptwirkung liegt aber auf der Oberfläche: Feuchtigkeitsbindung und Filmbildung. Für tiefere Wirkung sind orale Kollagenpeptide (Nahrungsergänzung) effektiver, da sie über die Blutbahn zu den Fibroblasten gelangen.

Worin unterscheiden sich marines und bovines Kollagen?

Marines Kollagen (aus Fischschuppen/Fischhaut) hat eine etwas kleinere Partikelgröße und gilt als biokompatibel mit menschlichem Kollagen Typ I. Es wird oft als nachhaltiger bewertet. Bovines Kollagen (aus Rinderhaut) ist strukturell identischer zu menschlichem Kollagen und enthält mehr Typ I und III. Beide sind kosmetisch wirksam – die Wahl ist oft eine Frage der Präferenz (vegan/nicht-vegan, Allergien).

Ab welchem Alter macht Kollagen-Pflege Sinn?

Die körpereigene Kollagenproduktion sinkt ab ca. 25 Jahren um 1-1.5% pro Jahr. Präventive Anwendung kann ab Mitte 20 sinnvoll sein, um die Hautstruktur zu unterstützen. Besonders effektiv ist topisches Kollagen ab 35+, wenn sichtbare Elastizitätsverluste auftreten. Wichtig: Sonnenschutz ist die wichtigste Anti-Aging-Maßnahme, da UV-Strahlung Kollagen aktiv abbaut (Photoaging).

Können Veganer Kollagen-Kosmetik nutzen?

Traditionelles Kollagen ist immer tierischen Ursprungs. Seit 2020 gibt es jedoch biotech-produziertes Kollagen aus gentechnisch veränderten Hefen oder Bakterien (z.B. Geltor, Evonik), das strukturidentisch aber vegan ist. Alternativ enthalten vegan-freundliche Produkte oft 'Collagen Booster' wie Silizium, Vitamin C, Peptide oder pflanzliche Proteine, die die körpereigene Kollagenproduktion stimulieren sollen.

Wie lange ist Kollagen in Kosmetikprodukten haltbar?

Hydrolysiertes Kollagen ist relativ stabil, aber proteinbasierte Formulierungen sind anfällig für mikrobielle Kontamination. Achte auf ausreichend Konservierung und lagere Produkte kühl (nicht über 25°C). Nach Anbruch innerhalb von 6-12 Monaten verbrauchen. Anzeichen für Verderb: unangenehmer Geruch, Verfärbung, Phasentrennung.

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