AHA / pH-Regulator

Zitronensäure (CITRIC ACID)
Alpha-Hydroxysäure (AHA) / Organische Säure

Zitronensäure (CITRIC ACID) ist Wird industriell durch Fermentation von zuckerhaltigen Substraten (Melasse, Maisstärke) mit dem Schimmelpilz Aspergillus niger gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: CITRIC ACID  |  CAS: 77-92-9  |  Auch bekannt als: 2-Hydroxypropan-1,2,3-tricarbonsäure, E330 (Lebensmittelzusatzstoff), Citronensäure-Monohydrat, AHA (Alpha-Hydroxysäure), Citric Acid Anhydrous
Stoffklasse Alpha-Hydroxysäure (AHA) / Organische Säure
INCI-Name CITRIC ACID
CAS-Nummer 77-92-9
Qualitaet EU-Kosmetikverordnung konform

Was ist Zitronensäure (CITRIC ACID)?

Zitronensäure ist eine Alpha-Hydroxysäure (AHA) mit Doppelfunktion: In hohen Konzentrationen (5-15%) wirkt sie als chemisches Peeling, das abgestorbene Hautzellen sanft ablöst und die Zellerneuerung beschleunigt. In niedrigen Dosen (0.01-1%) fungiert sie als pH-Regulator und Antioxidans, indem sie freie Metallionen bindet und so oxidative Schäden verhindert. Anders als ihr Name vermuten lässt, wird kosmetische Citronensäure heute nicht mehr aus Zitrusfrüchten gewonnen, sondern durch Fermentation von Zuckersubstraten mit dem Pilz Aspergillus niger – ein hochreiner, nachhaltiger Prozess. Mit einem Molekulargewicht von 192 g/mol ist sie die größte und damit mildeste AHA, was sie zur ersten Wahl für AHA-Einsteiger macht. Ihre chelatierenden Eigenschaften machen sie unverzichtbar in modernen Formulierungen: Sie stabilisiert pH-sensitive Wirkstoffe wie Vitamin C, verlängert die Haltbarkeit und optimiert die Hautbarriere durch Aufrechterhaltung des sauren Milieus.

Wusstest du? Der Schimmelpilz Aspergillus niger produziert jährlich über 2 Millionen Tonnen Zitronensäure – das entspricht dem Saft von etwa 400 Milliarden Zitronen. Diese industrielle Fermentation ist so effizient, dass Zitronensäure aus echten Zitronen heute eine teure Rarität ist. Ironischerweise enthält eine Zitrone selbst nur 5-8% Zitronensäure, während der Pilz Konzentrationen von bis zu 25% erreicht.

Woher kommt Zitronensäure (CITRIC ACID)?

Wird industriell durch Fermentation von zuckerhaltigen Substraten (Melasse, Maisstärke) mit dem Schimmelpilz Aspergillus niger gewonnen. Erstmals 1784 vom schwedischen Chemiker Carl Wilhelm Scheele aus Zitronensaft isoliert, heute wird kaum noch Zitronensäure aus Zitrusfrüchten extrahiert, da die Fermentation deutlich effizienter ist. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Zitronensäure (CITRIC ACID) auf zellulaerer Ebene?

Als schwache Alpha-Hydroxysäure (pKa 3.13) löst Citronensäure die Desmosomen zwischen Korneozyten in der obersten Hautschicht, wodurch abgestorbene Hautzellen sanft abgetragen werden. Gleichzeitig chelatiert sie Metallionen (Calcium, Magnesium), was die Kohäsion der Hornschicht zusätzlich lockert. In niedrigeren Konzentrationen wirkt sie primär als pH-Regulator und Antioxidans, indem sie freie Metallionen bindet, die sonst oxidative Prozesse katalysieren würden.

So wirkt Zitronensäure (CITRIC ACID) auf deine Haut

Sanftes chemisches Peeling

Löst durch ihre Säurewirkung die interzellulären Verbindungen (Desmosomen) zwischen abgestorbenen Hautzellen. Anders als mechanische Peelings arbeitet Zitronensäure auf molekularer Ebene und ermöglicht dadurch eine gleichmäßigere Exfoliation ohne Mikroverletzungen. Der Effekt ist bei pH-Werten unter 4 am stärksten ausgeprägt.

Aufhellung und Ebenmäßigkeit

Hemmt schwach das Enzym Tyrosinase, welches für die Melaninbildung verantwortlich ist. Gleichzeitig beschleunigt die erhöhte Zellerneuerung den Abtransport melaninhaltiger Korneozyten. Nach 4-8 Wochen regelmäßiger Anwendung werden Pigmentflecken und Post-Akne-Hyperpigmentierungen sichtbar aufgehellt.

Antioxidative Komplexierung

Bindet als Chelatbildner freie Metallionen (Eisen, Kupfer), die sonst Fenton-Reaktionen katalysieren würden. Dadurch verhindert sie die Bildung hochreaktiver Hydroxyl-Radikale, die Lipidperoxidation und Proteinschäden verursachen. Dieser Mechanismus schützt sowohl die Formulierung selbst als auch die Hautlipide vor oxidativem Abbau.

pH-Stabilisierung

Fungiert als Puffersystem und hält den pH-Wert von Formulierungen im leicht sauren Bereich (pH 4-5.5), der dem natürlichen Säureschutzmantel der Haut entspricht. Dies optimiert die Aktivität anderer pH-sensitiver Wirkstoffe (z.B. Vitamin C, Niacinamid) und stärkt die hauteigene Barrierefunktion, indem sie das Wachstum schädlicher Mikroben hemmt.

Kollagen-Stimulation

In Konzentrationen ab 10% dringt Zitronensäure bis in die obere Dermis vor und induziert dort eine kontrollierte Entzündungsreaktion. Diese aktiviert Fibroblasten zur vermehrten Synthese von Kollagen Typ I und III sowie Glykosaminoglykanen. Klinische Studien zeigen nach 12 Wochen eine messbare Zunahme der Hautdichte und Reduktion feiner Linien.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.01-1% als pH-Regulator und Antioxidans, 5-15% als chemisches Peeling in professionellen Behandlungen, 0.5-3% in milden Exfoliations-Produkten für den Heimgebrauch
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäss EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Bei Konzentrationen >3% Kennzeichnungspflicht empfohlen: 'Enthält Alpha-Hydroxysäuren. Sonnenschutz verwenden.'

Fuer wen ist Zitronensäure (CITRIC ACID) geeignet?

Fahle, müde Haut

Fördert die Zellerneuerung durch sanfte Ablösung alter Korneozyten, wodurch die Haut ebenmäßiger und strahlender erscheint

Grobporige Haut

Löst Talg-Pfropfen und Verhornungen in den Porenöffnungen, wodurch diese optisch verfeinert werden

Hyperpigmentierte Haut

Beschleunigt den Abtransport melaninhaltiger Hautzellen und hemmt leicht die Tyrosinase, was zur Aufhellung von Pigmentflecken beiträgt

Reife Haut

Stimuliert in niedrigen Konzentrationen die epidermale Erneuerung und fördert die Kollagensynthese in der Dermis

Zitronensäure (CITRIC ACID) in deiner Routine

Morgens: Toner/Essence (0.5-1%)

Nach der Reinigung 2-3 Tropfen eines citronensäurehaltigen Toners auf ein Wattepad geben und sanft über Gesicht und Hals streichen. Wartezeit von 1-2 Minuten einhalten, bevor weitere Seren aufgetragen werden, damit der pH-Wert sich stabilisiert.

Abends: Peeling-Serum (3-5%)

2-3x wöchentlich nach der Reinigung ein erbsengroßes Amount AHA-Serum auf trockene Haut auftragen. Mit niedrigen Konzentrationen beginnen und Häufigkeit langsam steigern. Bei Erstanwendung kann ein leichtes Kribbeln auftreten – dies ist normal und lässt nach 2-3 Minuten nach.

Morgens nach AHA-Anwendung: Sonnenschutz PFLICHT

Da Zitronensäure die oberste Hautschicht verdünnt, ist die UV-Empfindlichkeit erhöht. Mindestens LSF 30 auftragen, auch bei bewölktem Wetter. Die erhöhte Photosensitivität besteht bis zu 7 Tage nach der letzten Anwendung.

Kombination mit Retinol vermeiden

Nicht gleichzeitig mit Retinol oder anderen starken Wirkstoffen (Benzoylperoxid, hohe Vitamin-C-Dosen) verwenden, da dies zu Irritationen führen kann. Besser: AHAs abends, Retinol an anderen Abenden, oder AHAs morgens und Retinol abends mit mind. 30 Min Wartezeit.

Lagerung: Sehr stabil in wässrigen und öligen Formulierungen. Im Gegensatz zu Vitamin C oxidiert Citronensäure nicht und verfärbt sich nicht. Lichtunempfindlich, sollte aber kühl und trocken gelagert werden. In Pulverform (wasserfrei) unbegrenzt haltbar. In Lösungen kann sie bei pH >6 ausfallen, daher immer im sauren Milieu formulieren. Bei hohen Temperaturen (>80°C) kann Decarboxylierung zu Aceton-dicarbonsäure auftreten, was die Wirksamkeit reduziert.

RAU Cosmetics Produkte mit Zitronensäure (CITRIC ACID)

Haeufige Fragen zu Zitronensäure (CITRIC ACID)

Warum brennt Zitronensäure manchmal auf der Haut, manchmal aber nicht?

Das Brennen hängt primär vom pH-Wert und der Konzentration ab. Bei pH <3.5 und Konzentrationen >5% ist ein Kribbeln oder leichtes Brennen normal, da die Säure aktiv in die Hornschicht eindringt. In Tonern mit 0.1-0.5% Citronensäure (pH 4-5) spürst du meist nichts, da hier die pH-regulierende Funktion im Vordergrund steht. Auch die Integrität deiner Hautbarriere spielt eine Rolle: Geschädigte oder dehydrierte Haut reagiert empfindlicher. Wenn das Brennen länger als 3-5 Minuten anhält oder mit Rötungen einhergeht, solltest du das Produkt abwaschen und auf eine niedrigere Konzentration umsteigen.

Kann ich Zitronensäure aus Lebensmitteln (Zitronensaft) direkt auf die Haut auftragen?

Nein, das ist keine gute Idee, obwohl es ein verbreiteter DIY-Mythos ist. Zitronensaft hat einen pH von 2-2.5 – viel zu sauer für die Haut – und enthält neben Citronensäure auch photosensibilisierende Furanocumarine (Psoralene). Diese verursachen phototoxische Reaktionen: Bei UV-Exposition entstehen Verbrennungen und langanhaltende Hyperpigmentierungen (Phytophotodermatitis). Kosmetische Formulierungen sind auf pH 3-4 gepuffert und enthalten gereinigte Citronensäure ohne diese Begleitstoffe. Außerdem ist die Konzentration kontrolliert und stabil.

Warum steht Citric Acid in fast allen Produkten auf der INCI-Liste, auch wenn sie nicht als 'Peeling' beworben werden?

In den meisten Fällen fungiert Citronensäure als pH-Adjuster oder Antioxidans, nicht als Exfoliant. Schon winzige Mengen (0.01-0.1%) genügen, um den pH-Wert zu stabilisieren oder Metallionen zu chelatieren und so die Haltbarkeit zu verlängern. Peeling-Effekte treten erst ab ca. 0.5-1% in Kombination mit niedrigem pH auf. Steht Citric Acid weit hinten in der INCI-Liste, ist sie in minimaler Dosis enthalten und wirkt nicht exfolierend. Bei Peeling-Produkten findest du sie meist in den ersten 5-7 Zutaten.

Ist Zitronensäure für empfindliche Haut geeignet oder zu aggressiv?

Das hängt von Konzentration, pH-Wert und Anwendungshäufigkeit ab. Zitronensäure gilt als mildeste AHA, da sie ein größeres Molekül hat als Glykolsäure (192 vs. 76 g/mol) und langsamer penetriert. In niedrigen Dosen (0.5-1%, pH 4-4.5) wird sie auch von empfindlicher Haut oft gut vertragen. Wichtig ist die Eingewöhnungsphase: Beginne mit 1x wöchentlich und steigere langsam. Vermeide die Augenpartie und trage eine beruhigende Feuchtigkeitspflege auf. Bei Rosacea oder aktiven Ekzemen solltest du vorher mit einem Dermatologen sprechen, da Säuren die Entzündung verstärken können.

Verliert Zitronensäure ihre Wirkung, wenn sie mit Niacinamid kombiniert wird?

Nein, das ist ein veralteter Mythos. Früher glaubte man, dass Niacinamid bei niedrigem pH zu Nicotinsäure (Niacin) umgewandelt wird, was Flush-Reaktionen auslöst. Moderne Studien zeigen jedoch, dass diese Konversion nur bei pH <3 und hohen Temperaturen (>40°C) in relevantem Ausmaß stattfindet. In gut formulierten Produkten (pH 3.5-5) sind beide Inhaltsstoffe stabil und wirksam. Manche Menschen berichten trotzdem von Rötungen – das liegt meist an individueller Unverträglichkeit, nicht an der Kombination selbst. Sicherer: Niacinamid morgens, Citronensäure abends, oder Produkte mit bewährten Co-Formulierungen wählen.

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